Klassiker Today | Komödie
Ernst ist das Leben (Bunbury)
von OSCAR WILDE
Deutsche Fassung von ELFRIEDE JELINEK
nach einer Übersetzung von KARIN RAUSCH
Koproduktion mit dem Stadttheater Bruneck
empfohlen ab 14 Jahren
REGIE
Susi Weber
Premiere: 10. Dezember 2026, Saal
Spieltermine: bis 24. Jänner 2027
buchbar ab 1. Oktober 2026
Aufführungsrechte beim Rowohl Theater Verlag, Hamburg
Titelfoto: © Schauspielhaus Salzburg
Doppelte Leben, erfundene Freunde, elegante Lügen: In der feinen Gesellschaft wird die Wahrheit gern zur Nebensache, solange die Form gewahrt bleibt. Jack und Algernon erfinden kurzerhand ein zweites Ich, um den Verpflichtungen des Alltags zu entkommen – und verstricken sich dabei immer tiefer in ein ebenso amüsantes wie riskantes Spiel. Auch Gwendolen und Cecily haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie ein Leben – und ein Mann – zu sein hat. Identitäten geraten ins Wanken, Moral wird verhandelbar, und am Ende stellt sich die Frage: Wie ernst ist das Leben eigentlich?
In Ernst ist das Leben (Bunbury) von Oscar Wilde bekommt das Spiel mit Identitäten in der Bearbeitung von Elfriede Jelinek eine neue, scharfe Kante. Sprachwitz trifft auf Sprachkritik, Konversation auf Dekonstruktion.
Pointiert, verspielt und zugleich überraschend gegenwärtig bewegt sich dieses schillernde Stück zwischen Leichtigkeit und Abgrund. Denn hinter aller Komik lauert eine irritierende Erkenntnis: dass wir uns die Wirklichkeit oft genauso zurechtlegen, wie sie uns am besten passt.
Mit The Importance of Being Earnest schuf Oscar Wilde 1895 eine Komödie voller Sprachwitz und doppelter Böden. Kurz darauf wurde er wegen „Unzucht“ verurteilt und gesellschaftlich geächtet – ein Bruch, der sein Werk bis heute prägt.
Elfriede Jelinek, Nobelpreisträgerin für Literatur (2004), greift den Stoff auf und schärft ihn: In ihrer Bearbeitung werden Rollenbilder, Sprache und gesellschaftliche Fassaden schonungslos offengelegt – und radikal in die Gegenwart geholt.