Uraufführung I Österreich
Marie Antoinette
Ein musikalisches Schauspiel
von NILS STRUNK, LUKAS SCHRENK und KLARA WÖRDEMANN nach STEFAN ZWEIG
Uraufführung
empfohlen ab 12 Jahren
REGIE
Lukas Schrenk und Nils Strunk
DRAMATISIERUNG
Klara Wördemann und Lukas Schrenk
MUSIK
Nils Strunk
KLAVIER
Alex Kapl
BÜHNE
Max Lindner
KOSTÜME
Lara Regula und Anne Buffetrille
DRAMATURGIE
Julia Thym
Premiere: Sa., 25. April 2026, Saal
Spieltermine: bis 30. Juni 2026
Dauer: 03:05 Stunden, inkl. Pause
Foto: © Valentina Schuster
Produktionsfotos: © Erika Mayer
Wer war Marie Antoinette? Berüchtigte Femme Fatale oder tragische Märtyrerkönigin? Von den einen demagogisch dämonisiert, von den anderen zur Heiligen verklärt, scheint ihr Bild unter zahllosen Projektionsflächen zu verschwinden. War sie am Ende vielleicht einfach ein ganz gewöhnlicher, durchschnittlicher Charakter?
„Es gilt hinter dem Historischen die Person wieder hervorzuarbeiten“, notierte Stefan Zweig in sein Tagebuch, als er seine Biografie über die mythenumwobene Habsburger Prinzessin verfasste. Zweig zeichnet ihren Weg von der Hochzeit mit dem französischen Thronfolger und späteren König Ludwig XVI. bis zu ihrer Hinrichtung durch das Revolutionstribunal – immer auf der Suche nach ihrer wahren Persönlichkeit jenseits von Glanz, Klischee und Anklage. Mit Marie Antoinette bringen Nils Strunk und Lukas Schrenk nach der Schachnovelle am Wiener Burgtheater nun in Salzburg ein weiteres Werk von Stefan Zweig als musikalisches Schauspiel auf die Bühne.
PRESSESTIMMEN
SN: Stefan Zweigs „Marie Antoinette“ im Salzburger Schauspielhaus: Ein wilder Ritt bis zum Schafott – Simona Pinwinkler
Das Kreativ-Duo Nils Strunk und Lukas Schrenk versuchte sich erneut an einem Werk von Stefan Zweig – und eroberte damit das Salzburger Publikum im Sturm auf die Bastille. Ein Schauspiel mit Musik und viel Witz, das die Genregrenzen sprengt.
Elisabeth Kanettis spielt die Hauptrolle reich an Wandlung, von der jugendlichen, verspielten und liebenswürdigen Erzherzogin und Tochter Maria Theresias am Wiener Hof, der sinnlich-gelangweilten jungen Königin in Frankreich bis zur tragisch geläuterten Mutter und Inhaftierten […]
Insgesamt mehr als 80 Rollen sind auf die weiteren fünf Köpfe des Ensembles aufgeteilt: Elisabeth Nelhiebel, Christina Tzatzaraki, Fabian Cabak, Alex Kapl und Theo Helm. Sie variieren dabei vom wienerischen Dialekt ins Hochdeutsche sowie ins Französische. Das Timing muss stimmen. Und das tut es vor allem in den komödiantischen Szenen […]
Alex Kapl gelingen die Rollenwechsel fließend, vom emsigen Sekretär Rétaux zum schwachen König Ludwig XVI., der über den französischen Hof schlurft und lieber jagen geht, als seine Probleme im Ehebett zu lösen. Herrlich jene Szene, wenn sich Schwager Kaiser Joseph II., bravourös gespielt von Fabian Cabak, im Garten von Versailles Pflanzenmetaphern für diese heikle Angelegenheit benutzt.
Teile des Stücks werden in die Gegenwart gehievt, das mutet weder beliebig noch gewollt an, sondern gelingt hier trefflich und ganz ohne Krampf.
„Marie Antoinette“ wiederum verspricht einen facettenreichen, aufgrund der vielen Wechsel auch hektischen, aber stets unterhaltsamen Theaterabend, der so auch in der Wiener Volksoper stattfinden könnte.
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Kurier: „Marie Antoinette“: Umwerfender Rundgang durchs Barockmuseum – Thomas Trenkler
Nils Strunk und Lukas Schrenk begeistern am Schauspielhaus Salzburg mit ihrer Dramatisierung von Stefan Zweigs Biografie
Aus Maria Antonia wird eine Königin geformt, wenig später kommt es zur Übergabe im Niemandsland: Das Mädchen hat ihre Vergangenheit und auch ihren Mops zurückzulassen. Diese brutale Verwandlung […] berührt ungemein.
Der Dauphin (Alex Kapl) entpuppt sich als träge und unbeholfen: Josef II. (Fabian Cabak) muss aus Wien anreisen, um den armen Tropf aufzuklären. So geht es unter anderem mit dem Zickenkrieg gegen die Gräfin Dubarry höchst amüsant weiter, untermalt mit vielen Chansons.
Fulminantes Ensemble: Man kann gar nicht glauben, dass der Abend nur zu sechst bestritten wird. Riesiger Jubel für alle.
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DrehPunktKultur: Verschachert und geköpft – Reinhard Kriechbaum
Das Frauen-Trio Kanettis/Nelhiebel/Tzatzaraki wirkt insgesamt charismatisch. Die drei spiel-launigen Herren, Fabian Cabak, Theo Helm, Alex Kapl dürfen auch ganz große Komödianten sein, wie überhaupt man aus dieser Inszenierung mitnimmt, wie leichtfüßig, mit wie viel Ironie, ja sogar Klamauk man sich einem großen Historienstoff nähern kann.
All das verstellt aber nicht den Blick auf die wesentlichen Dinge, auf die politischen Querstände der Epoche und wie diese das Handeln, das Empfinden von Marie Antoinette beeinflusst haben. Vom klar herausgestellten „Verhältnis zwischen Individualschicksal und Weltgeschehen“ sprach Freud in seinem Lob auf die Biographie von Zweig – und das ist auch hier, eingebettet in flauschige Sprünge in die Museumsgegenwart – sehr geglückt.
Die Musik! Die hat Nils Strunk erdacht. Alex Kapl ist nicht nur Ludwig XVI., sondern auch der Pianist. Immer wird gesungen, bearbeitete oder neu komponierte französische Chansons, die immer nach den ersten französischen Worten ins Deutsch kippen. Das ist dramaturgisch überzeugend eingesetzt, fein durchdacht, leicht ironisierend, die Stimmung bei Bedarf verstärkend oder brechend – ein „musikalisches Schauspiel“ eben, als das es bezeichnet ist und das man sich nicht entgehen lassen sollte.
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Dorfzeitung: „Marie Antoinette“ – Bildnis eines mittleren Charakters – Elisabeth Pichler
Nils Strunk und Lukas Schrenk bringen Stefan Zweigs 1932 erschienene Biografie über die Habsburger Prinzessin, die schon in jungen Jahren mit dem späteren König Ludwig XVI. verheiratet wurde, als musikalisches Schauspiel im Schauspielhaus Salzburg zur Uraufführung.
Ein wahrlich pompöser Theaterabend mit einer brillanten, zauberhaften Elisabeth Kanettis in der Titelrolle und fünf Schauspieler*innen, die in 83 verschiedenen Rollen enorme Wandlungsfähigkeit beweisen. Ein grandioses, dreistündiges Theatererlebnis, das bei der Premiere am 25. April stürmisch gefeiert wurde.
Der Mix aus Historie und Gegenwart sorgt immer wieder für Heiterkeit. So tritt etwa Alex Kapl als unbedarfter, etwas schlapper König Ludwig XVI. auf, um kurze Zeit später mit einem Besen das Museum zu fegen. Theo Helm führt uns als Museumsaufseher durch den Abend, glänzt aber auch als Ludwig XV., der sich von der Gräfin Dubarry (Christina Tzatzaraki) umgarnen lässt.
Gratulation dem Team des Schauspielhauses Salzburg, dem es gelungen ist, die beiden Multitalente Nils Strunk und Lukas Schrenk für diese Inszenierung zu gewinnen. Dieses grandiose musikalische Schauspiel sollte man sich nicht entgehen lassen.
Nils Strunk, geboren 1990, und Lukas Schrenk, geboren 1991, studierten beide Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Beide sind Schauspieler, doch ist Lukas Schrenk ebenso als Autor und Regisseur wie Nils Strunk als Musiker, Komponist und Regisseur tätig. In ihren Arbeiten beweisen sie immer in unterschiedlicher Konstellation die große Kraft ihres Duos. Neben ihrer erfolgreichen Neufassung von Die Zauberflöte – The opera but not the opera am Wiener Burgtheater erarbeiteten sie gemeinsam die Bühnenadaption Mephisto von Klaus Mann (Badisches Staatstheater Karlsruhe), die Uraufführung Die komische Tür (Dschungel Wien), die Uraufführung Ludwig XIX. – König für zwanzig Minuten (Hessisches Staatstheater Wiesbaden), die musikalische Schauspielbearbeitung Schachnovelle von Stefan Zweig am Wiener Burgtheater, sowie zuletzt, ebenfalls am Burgtheater, Gullivers Reisen nach dem Roman von Jonathan Swift als musikalisches Spektakel für alle ab 8 Jahren.
Marie Antoinette
Elisabeth Kanettis
Maria Theresia, Gräfin de La Motte, Madame de Lamballe, u.a.
Elisabeth Nelhiebel
Gräfin Dubarry, Madame de Polignac, Museumsführerin, u.a.
Christina Tzatzaraki
Graf von Mercy, Hans Axel von Fersen, Kaiser Joseph II., u.a.
Fabian Cabak
König Ludwig XV., Kardinal von Rohan, Museumsaufseher, u.a.
Theo Helm
König Ludwig XVI., Madame Adelaide, Sekretär Rétaux, u.a.
Alex Kapl