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ECHTZEITALTER
von TONIO SCHACHINGER in einer Bühnenfassung von ALEK NIEMIRO und JULIA THYM
ab 12 Jahren
– Bei dieser Veranstaltung werden Stroboskopeffekte verwendet. –
REGIE
Alek Niemiro
BÜHNE
Laura Trilsam
KOSTÜME
Hanna Krümpfer
MUSIK
Matija Chlupacek
DRAMATURGIE
Julia Thym
Premiere: Fr., 20. Februar 2026, Saal
Spieltermine: bis 7. April 2026
Dauer: 90 Minuten, keine Pause
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Foto: © Valentina Schuster
Auf den ersten Blick wirkt Till wie ein unauffälliger Schüler eines traditionsreichen Wiener Internats. Doch während er mit dem Lehrstoff wenig anfangen kann und sich im snobistischen Umfeld seiner Schule fremd fühlt, ist er online eine Berühmtheit. Als jüngster Top-10-Spieler im Echtzeit-Strategiespiel Age of Empires II findet er in der digitalen Welt Halt und Anerkennung und wird als Genie gefeiert.
Tonio Schachingers Gegenwartsroman erzählt auf humorvoll-spannende, präzise und berührende Weise eine Coming-of-Age-Geschichte junger Menschen im 21. Jahrhundert. Er begleitet Till zwischen schulischem Leistungsdruck, Internatsalltag sowie den Abgründen und Schattenseiten des Online-Gamings – bis hin zur Matura.
Die Bühnenfassung von Alek Niemiro und Julia Thym bringt Tills äußere und innere Konflikte einfühlsam auf die Bühne. Sie beleuchtet die Machtstrukturen und Autoritäten innerhalb eines Elitegymnasiums und erzählt zugleich sensibel vom Erwachsenwerden zwischen Klassenzimmer und virtuellem Raum. Die Inszenierung richtet sich an ein jugendliches Publikum ebenso wie an Erwachsene.
PRESSESTIMMEN
SN: „Echtzeitalter“ im Schauspielhaus: Jugendlicher emanzipiert sich von der Schule – Magdalena Pichler
Das Schauspielhaus Salzburg erzählt in seiner jüngsten Produktion vom Aufwachsen zwischen Computerspiel, Schule und Familiensorgen.
Im Schauspielhaus Salzburg wird seit Freitagabend eine Bühnenfassung von Alek Niemiro und Julia Thym gespielt. Im Gegensatz zum Buch, in dem die Schulzeit in einer Wiener Eliteschule im Vordergrund steht, setzt das Stück in der Regie von Alek Niemiro vor allem auf das Familiäre und Tills Beziehung zu den Mädchen Feli und Fina.
Besonders in der Entwicklung der Liebe zwischen Leonie Berner als Feli und Fabian Cabak als Till zeigt sich spielerisches Können. Überhaupt ist der Spielelan des Ensembles ein Erfolgsfaktor dieser Aufführung […] Ein weiterer Pluspunkt ist das Gefühl für „Age of Empires II“, das durch die Übersetzung auf die Bühne greifbar wird – das Bühnenbild hat Laura Trilsam gestaltet. Reales verschwimmt gekonnt mit virtueller Realität.
Fabian Cabaks Till kann man beim Erwachsenwerden zusehen. Seine Jugend hätte aber von dem Flair, das die Bühnenfassung vermittelt, auch 20 Jahre früher stattfinden können, die Kostüme von Hanna Krümpfer lassen es offen. Somit steht die Inszenierung für eine österreichische Jugend an elitären Bildungseinrichtungen, die zu verschiedenen Zeiten stattfinden hätte können. Hat sich in manchen Schulen so wenig geändert?
– Lesen Sie hier die ganze Kritik.
DrehPunktKultur: Spinnst Du? Es war die Hölle! – Reinhard Kriechbaum
Fahr- und drehbare Hängewände bilden unterschiedliche Räume und Labyrinthe – ein anschauliches Bild für die Gefühle Jugendlicher, die ihren Platz in der Welt erst suchen müssen und sich so herumgeworfen fühlen, wie wir es jetzt im Schauspielhaus Salzburg erleben: der Roman Echtzeitalter von Tonio Schachinger auf der Bühne.
Für seinen Roman Echtzeitalter hat Tonio Schachinger 2023 den Deutschen Buchpreis bekommen – offenbar die rechte Story zur rechten Zeit. […] Was Tonio Schachingers Roman ausmacht, sind die präzisen Beobachtungen der Gefühlswelt einer in verwirrenden Zeiten heranwachsenden Generation. Genau darauf hat der aus Polen stammende, am Mozarteum zum Regisseur ausgebildete Alek Niemiro mit seiner Bühnenfassung (gemeinsam mit der Dramaturgin Julia Thym) abgezielt. Im ständig bewegten, labyrinthartigen Bühnenbild von Laura Trilsam hetzen die jungen Leute bildlich ihrer Zeit nach. Der Laufschritt scheint das Normalmaß.
Die echten Gefühle müssen sich erst Bahn brechen: erst eine Freundschaft zu dem Mitschüler Georg, dann zart aufkeimende Liebe zu Feli. Sie und ihre Freundin Fina holen Till ein Stück weit heraus aus seiner Online-Scheinwelt – erst ins Rauchereck der Schule, dann in den Club. Der junge Regisseur ist nahe genug dran am Empfindungspanorama der Teenies, um dies feinfühlig herauszuarbeiten. Da sind plötzlich ganz ruhige Momente. Gleichsam mit dem Vergrößerungsglas werden Reifungsprozesse vorgeführt. Kleine Gesten spiegeln ebenso wie vermeintlich lässiges Gehabe die latenten Unsicherheiten. Das hat etwas unmittelbar Anrührendes.
Die Schauspielhaus-Produktion besticht durch Jugendfrische. Fabian Cabak ist Till, den Kostümbildnerin Hanna Krümpfer in einen weißen Anzug gesteckt hat. Statt einem Sakko trägt er ein fast panzerartig-abweisend wirkendes Ding. Anspielung vielleicht auf Tills Online-Existenz. Fabian Cabak wirkt aber alles andere als entrückt, er bringt (erst scheinbar unerfüllbare) Sehnsüchte des Heranwachsenden gut rüber. Glutvoll und sympathisch die beiden Freundinnen Feli und Fina (Leonie Berner, Karoline Breschar). Simon Jaritz-Rudle spielt als Doppelrolle den Lehrer Dolinar und den Vater, Elisabeth Nelhiebel die Mutter – die Erwachsenen sind nicht die Sympathieträger in Echtzeitalter, der Fokus liegt auf der Jugend-Perspektive. Dazu passt gut der Elan des juvenilen Ensembles.
– Lesen Sie hier die ganze Kritik.
Dorfzeitung: „Echtzeitalter“ – eine Coming-of-Age Geschichte – Elisabeth Pichler
Der österreichische Schriftsteller Tonio Schachinger erzählt in seinem 2023 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman von einer Jugend zwischen Gaming und schulischem Leistungsdruck. Die von Regisseur Alek Niemiro und Dramaturgin Julia Thym für das Schauspielhaus Salzburg erstellte Bühnenfassung richtet sich an jugendliches Publikum ebenso wie an Erwachsene. Viel Applaus bei der Premiere am 20. Februar 2026 für eine rasante Inszenierung und ein spielfreudiges Ensemble.
Wie im Buch sind auch in der Bühnenfassung die Dialoge in Erzählpassagen eingebunden. Der direkten Rede folgt stets ein „sagt Feli“ oder „findet Till“. Auf der abstrakten, dunklen Bühne (Laura Trilsam) werden die verschieb- und klappbaren Wände ständig in Bewegung gesetzt. Das sorgt für Tempo im Schulgebäude und auf diversen Partys.
Dass Till (Fabian Cabak) im Marianum ein Außenseiter ist, ist schon an seiner Kleidung zu erkennen. Hanna Krümpfer (Kostüme) hat seine Mitschüler (Michael-Lorenz Brandner, Kira Pachner und Sebastian Egger) in flippige, bunte Outfits gesteckt, während er in neutralem Weiß glänzt. Simon Jaritz-Rudle überzeugt als gestrenger Prof. Dolinar in schickem Anzug […]. Elisabeth Nelhiebel plagt als Tills Mutter das schlechte Gewissen. […] Stets bester Laune sind die zwei coolen Girls, die superschlaue Feli (Leonie Berner) und ihre Freundin Fina (Karoline Breschar). Matija Chlupacek sorgt mit lautstarker musikalischer Untermalung stets für den passenden jugendlichen Soundteppich.
Ein überaus aktueller Theaterabend, von Alek Niemiro temporeich inszeniert, der die Probleme der heutigen Jugend auf humorvolle, aber auch sehr berührende Weise erzählt und das Publikum bei der Premiere begeisterte.
Tonio Schachinger wurde 1992 in Neu-Delhi geboren und studierte in Wien Germanistik sowie Sprachkunst. Nicht wie ihr, sein erster Roman, wurde mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises ausgezeichnet und stand 2019 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis, den er 2023 für Echtzeitalter erhielt.
TILL
Fabian Cabak
FELI
Leonie Berner
MUTTER
Elisabeth Nelhiebel
DOLINAR / VATER
Simon Jaritz-Rudle
FINA
Karoline Breschar
SCHÜLER / GEORG
Michael-Lorenz Brandner
SCHÜLERIN
Kira Pachner
SCHÜLER
Sebastian Egger