Neue Dramatik | Komödie
Der Fiskus
von FELICIA ZELLER
empfohlen ab 14 Jahren
REGIE
Verena Holztrattner
BÜHNE & KOSTÜME
Selina Schweiger
SOUNDDESIGN
Valentin Danler
DRAMATURGIE
Alexander Kratzer
Premiere: Fr., 8. Mai 2026, Studio
Spieltermine: bis 26. Juni 2026
Dauer: 75 Minuten, keine Pause
abgespielt
Foto: © Valentina Schuster
Produktionsfotos: © Erika Mayer
In einem baufälligen Finanzamt geht’s drunter und drüber – nicht nur wegen unleserlicher oder zusammengetackerter Belege und falsch gesetzter Kreuzchen, sondern weil interne Konflikte hochkochen. Nele, frisch befördert nach einer Fortbildung, will gleich alles reformieren – am liebsten das ganze Amt als Aktiengesellschaft an die Börse bringen. Bea, Urgestein mit Steuerwissen aus fast dreißig Jahren, sieht dem Treiben mit neidvollem Blick und wachsender Skepsis zu – und stößt dabei auf einen mysteriösen Fall von CumEx-Papieren, bei dem Rückfragen mit anwaltlichen Drohbriefen beantwortet werden. Statt Anerkennung für ihre Entdeckung wird Bea versetzt. Währenddessen winkt Kollegin Elfi alle Fälle durch, die sie nicht versteht. Reiner freut sich hingegen über gemeinsame Veranlagungen mit ihr.
Felicia Zeller entlarvt mit feinem Witz und pointierten Dialogen das vermeintlich langweilige Innenleben einer Behörde und zeigt, dass auch Zahlenmenschen zwischen Pflichtgefühl, Ehrgeiz und Sehnsucht nach Gerechtigkeit schwanken.
PRESSESTIMMEN
Dorfzeitung: „Der Fiskus“ – The Finanzamt is waiting for you! – Elisabeth Pichler
In Felicia Zellers greller Farce sitzen vier legitimierte Geldeintreiber in einem renovierungsbedürftigen Finanzamt. Verena Holztrattner hat die viel gespielte Komödie mit enormem Tempo und viel Musik im Schauspielhaus Salzburg als trashige Show inszeniert. […] Dieses ganz spezielle Finanzamt […] unterhält bestens und sorgt für gute Stimmung.
Dieser Theaterabend ist der Beweis dafür, dass auch ein trockenes Thema jede Menge Stoff für Comedy bieten kann.
– Lesen Sie hier die ganze Kritik.
What I Saw From The Cheap Seats: Und jährlich grüßt das Finanzamt – Veronika Zangl
Zwischen Bürowahnsinn und dubiosen Cum-Ex-Machenschaften: „Der Fiskus“ wirbelt in der Inszenierung von Verena Holztrattner am Schauspielhaus Salzburg ordentlich Staub auf und sorgt für kurzweilige Unterhaltung.
Verena Holztrattner inszenierte das spritzig-freche Kammerspiel von Felicia Zeller als knallbunte Finanzamtkomödie, die die heiligen Steuerhallen nach außen stülpt und ihr Innerstes auf dem Präsentierteller serviert.
[Johanna Sophia] Baaders Darstellung der engagierten, peniblen Finanzbeamtin ist großartig. Energiegeladen und mit spitzbübischem Augenzwinkern taucht sie voller Tatendrang und Stimmvolumen in ihre Fälle ab […].
Zur Abrundung dieser zuckerbösen Komödie wird der eine oder andere Popsong zweckentfremdet, und das auf höchst unterhaltsame Weise. […] Diese Spielfreude wirkt ansteckend. Das Ensemble ist ganz in seinem Element und liefert einen Hit nach dem anderen […].
„Der Fiskus“ ist ein Blick in eine Welt, die zum Schmunzeln anregt und die Frage aufwirft: Ja, ist es denn wirklich so beim Finanzamt? Vermutlich nicht. Aber irgendwie wäre es doch ganz schön, wenn doch.
– Lesen Sie hier die ganze Kritik.
DrehPunktKultur: Die vier von der Steuerstelle – Reinhard Kriechbaum
Wehe, wenn der „Stempel mit dem bösen Smiley“ zum Einsatz kommt! Dann hat die Kundschaft ein echtes Problem. Aber es geht in der Finanzamts-Satire Der Fiskus von Felicia Zeller auch anders: Schließlich ist „qualifiziertes Durchwinken“ ein erprobter Weg, wenn der dienstliche Stress für die beamteten Staatsdiener gar zu unerträglich wird.
Die Regisseurin Verena Holztrattner setzt jedenfalls auf eine Komponente, die alle Texte von Felicia Zeller auszeichnet: Rhythmus und Musikalität. Und so münden in der temporeich aufbereiteten Satire viele Szenen in couplet-artige Gesangsnummern, mal mehr Chanson, dann wieder mehr Pop oder zündende Pop-Verschnitte, immer mit witzigen Refrains. Diese Lyrics, die gut zu Felicia Zellers Persiflage passen, hat sich die Regisseurin ausgedacht. Vor allem Johanna Sophia Baader trumpft als charismatische Rock-Röhre auf, aber die ganze Gruppe bildet ein Gesangsensemble, das man herzeigen kann. Es ist ein rechtes Pointenfeuerwerk in Wort und Ton.
Die gebürtige Salzburger Regisseurin Verena Holztrattner inszenierte in der Spielzeit 2024|2025 am Schauspielhaus Salzburg mit der Produktion Bleib eine berührende Familiengeschichte. Nun widmet sie sich einem komödiantischen Stoff der in Stuttgart geborenen Autorin Felicia Zeller, deren Stücke mehrfach zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurden. Kaspar Häuser Meer wurde dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Neben Theatertexten schreibt Zeller Prosa und arbeitet als Medienkünstlerin.