Schauspielhaus Salzburg
GOTT
 

GOTT

Ferdinand von Schirach

Regie: Helge Stradner
Ausstattung: Fabian Lüdicke

Österreichische Erstaufführung: Do. 4. November 2021, Studio
Spieltermine: bis 14. Dezember 2021
Dauer: wird bekanntgegeben


Sujetfoto: Chris Rogl / Rosi Presta

GOTT

Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat das Verbot der Suizidhilfe für verfassungswidrig erklärt ­­– eine Entscheidung, die in anderen Ländern  schon seit längerer Zeit getroffen wurde und für heftige Debatten sorgt. Unter welchen Voraussetzungen kann ein Arzt einem Patienten Hilfestellung beim Suizid leisten? Wo liegen die Grenzen zwischen passiver und aktiver Hilfe und wo liegt die Grenze zum Mord?

Dieser Diskussion hat sich Ferdinand von Schirach in seinem neuesten Theaterstück angenommen: Richard Gärtner will Beihilfe zum Suizid in Anspruch nehmen, obwohl er komplett gesund ist. Er ist des Lebens seit dem Tod seiner Frau überdrüssig, vor allem hat er den Wunsch, so zu sterben wie er gelebt hat – als ordentlicher Mensch, der seine Sinne und seinen Körper noch unter Kontrolle hat. Kann man Richard Gärtner den Wunsch nach Selbstbestimmung verwehren? Soll ein Arzt nicht nur Schwerkranke, sondern auch gesunde Menschen bei diesem Wunsch unterstützen dürfen? Kann die Beihilfe zum Suizid als Akt der Nächstenliebe angesehen werden oder sollte das Leben im religiösen Verständnis unantastbar bleiben?

Anhand einer Anhörung eines Ethikrates werden die vielseitigen Ansichten diskutiert. Die unterschiedlichen Standpunkte und Überzeugungen regen zum Nachdenken an und behandeln somit ein Thema, das nun auch in Österreich von größter Aktualität ist.

Ferdiand von Schirach

Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren. Der deutsche Strafverteidiger veröffentlichte mit 45 Jahren seine ersten Kurzgeschichten. Die Erzählungen „Verbrechen“, „Schuld“ und „Strafe“ sowie die Romane „Der Fall Collini“ und „Tabu“ wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen „großartigen Erzähler“, die New York Times einen „außergewöhnlichen Stilisten“ und der Daily Telegraph schrieb, er sei „eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur“. Fünf Jahre nach seinem Erfolgstheaterstück „Terror“ folgte „Gott“, das bisher mit großen Erfolg auf deutschsprachigen Bühnen gespielt wird.

Die Besetzung

Vorsitzende des Ethikrats Ulrike Arp
Richard Gärtner Harald Fröhlich
Brandt, Augenarzt Antony Connor
Biegler, Rechtsanwältin Stella Roberts
Keller, Mitglied des Ethikrates Pit-Jan Lößer
Litten, Rechtssachverständige Daniela Enzi
Sperling, medizinische Sachverständige Agnieszka Wellenger
Thiel, theologischer Sachverständiger Marcus Marotte