Schauspielhaus Salzburg
DER TALISMAN
 

DER TALISMAN

Regie: Robert Pienz
Premiere: Sa. 18. Mai 2019, Saal
Spieltermine bis 29. Juni 2019


Sujetfoto: Chris Rogl
 

DER TALISMAN

„So kopflos urteilt die Welt über die Köpf’, und wann man sich auch den Kopf aufsetzt, es nutzt nix. Das Vorurteil is eine Mauer, von der sich noch alle Köpf’, die gegen sie ang’rennt sind, mit blutige Köpf’ zurückgezogen haben.“

Salome Pockerl und Titus Feuerfuchs teilen dasselbe Schicksal: Wegen ihrer roten Haare werden sie von den Leuten gemieden. Titus aber hat Glück, denn als er das scheuende Pferd des Friseurs Marquis bändigt, schenkt dieser ihm einen Talisman: eine schwarzhaarige Perücke. Dank der neuen Haarpracht wird Titus von der Gärtnerin Flora als Gehilfe engagiert und Kammerfrau Constantia will ihn sogleich auf das Schloss von Frau von Cypressenburg mitnehmen, denn die Damen finden allesamt Gefallen an dem Mann mit dem sinnlich-schwarzen Haar. Titus lässt sich die Avancen gern gefallen, schließlich könnte einem Schlimmeres passieren. Doch nicht lange währt das Glück. Als der Friseur Marquis auf dem Schloss eintrifft, findet er seine Liebe zu Constantia in Gefahr. Eifersüchtig reißt er Titus die Perücke vom Kopf. In Windeseile schnappt dieser sich eine braungelockte Perücke aus dem Friseurkoffer und hat schon die nächste Verehrerin an seiner Seite. Frau von Cypressenburg ist entzückt von seinen Locken und macht ihn sogleich zu ihrem Leibsekretär.

Doch genug ist genug: Marquis deckt den Schwindel auf und Titus wird in hohem Bogen vom Schloss geworfen. Schon fällt ihm die nächste Perücke in den Schoß. Inzwischen aber hat Titus erkannt, dass wahres Glück nicht an Oberflächlichkeiten hängt ...

Johann Nestroy

Johann Nestroy, 1801 in Wien geboren, verfolgte zunächst eine Karriere als Schauspieler und Opernsänger. 1831 nahm er am Theater an der Wien seine Tätigkeit als Theaterschriftsteller auf. Nestroy sorgte mit seinen Theaterstücken, aber auch mit seinen Improvisationen auf der Bühne für Skandale und wurde von der Zensur streng beobachtet. Seine Komödien von „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ über „Einen Jux will er sich machen“ bis zu „Höllenangst“ gehören zum Standardrepertoire des österreichischen Theaters.